Mag. Sandra K. Ötsch
Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin
Neuropsychologin, Biofeedbacktherapeutin
 
 
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Psychologische Schmerztherapie

Akuter Schmerz ist ein natürliches und lebenswichtiges Alarmsignal des Körpers , das auf Gefahren, Überlastungen und Krankheit hinweist. Sie dienen der Warnung und zwingen den Körper zu Schutzhandlungen. Ist die Ursache beseitigt klingen akute Schmerzen zumeist schnell wieder ab.

Manchmal können Schmerzen auch länger bestehen bleiben. In diesem Fall weisen sie auf eine ständige körperliche Fehlbelastung hin, oder sie sind ein Zeichen für psychische Überlastung, z. B. durch Stress. In diesem Stadium kommt dem Schmerz ebenfalls noch eine Signalfunktion zu.

Schmerzen können aus unterschiedlichen körperlichen, psychischen und sozialen Gründen anhalten, selbst dann, wenn die ursprünglich Schmerz auslösende Erkrankung bereits erfolgreich behandelt wurde.

Im chronischen Stadium hat der Schmerz seinen Schutz- und Warncharakter verloren. Ein so genanntes "Schmerzgedächtnis" ist entstanden: Die ständigen starken Schmerzreize bewirken eine Veränderung der Nervenfasern, die sie überempfindlich machen. Dadurch kommt es, dass selbst leichte Reize wie Berührungen oder Wärme als Schmerz empfunden werden.

Chronische Schmerzen bewirken weitreichende Folgen für den Patienten. Die Schmerzkrankheit bestimmt das gesamte Leben des Patienten und beeinträchtigt das gesamte Alltagsgeschehen.

Schmerzverarbeitung

Über so genannte Nozizeptoren (Aufnahmestellen für Schmerzsignale) werden Schmerzreize wahrgenommen und über Nervenbahnen an das Rückenmark weitergeleitet. Feine Nervenfasern des Rückenmarkes leiten die Schmerzsignale über bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) an das Gehirn weiter. Im Gehirn findet die eigentliche Schmerzverarbeitung statt. Der Schmerz wird bewusst wahrgenommen, indem Entstehungsort, Stärke und Dauer des Schmerzes erkannt werden. Das Schmerzereignis wird als Erfahrung gespeichert. Andere Faktoren wie z.B. der Gefühlszustand zum Zeitpunkt des Schmerzempfindens beeinflussen die weitere Schmerzverarbeitung.

Beim unbehandelten oder ungenügend behandelten Dauerschmerz werden ständig starke Schmerzreize übermittelt, welche die Nervenfasern früher oder später verändern. Dabei legt das Nervensystem eine hoch komplexe Erinnerungsspur an und es entsteht ein so genanntes Schmerzgedächtnis. Die betroffenen Nerven werden überempfindlich und melden dem Gehirn selbst leichte Reize wie Berührungen oder Wärme, die normalerweise nicht als schmerzhaft empfunden werden, als Schmerz. Als Folge verliert der Schmerz seine Alarmfunktion und wird zu einer eigenständigen Krankheit.

Das bio-psycho-soziale Erklärungsmodell des Schmerzes

Gemäß dem bio-psycho-sozialen Erklärungsmodell besteht der chronische Schmerz aus mehreren Dimensionen: Einerseits aus der körperlichen Schmerzempfindung, andererseits aus  dem psychischen Schmerzleiden.  Zu Beginn bestand ein akuter Schmerz, der sich im Laufe der Zeit immer mehr verstärkte, wodurch sich die psychische und soziale Konstitution des  Betroffenen veränderte. Diese Veränderung führte schließlich zu einer Verstärkung des Schmerzes, was wiederum Psyche und soziales Leben negativ beeinflusste. Ein Teufelskreis hat begonnen...

Was kann der Psychologe tun?

Da der Schmerzverarbeitung (Durchbrechen des Teufelskreises) in der Behandlung des chronischen Schmerzes eine tragende Rolle zukommt ist die Einbeziehung eines Psychologen sinnvoll und nützlich.

In der psychologischen Schmerztherapie kommen umfassende diagnostische und therapeutische Verfahren zur Anwendung. Das Schmerzproblem wird im gesamten Lebenszusammenhang gesehen. Die Psychologie bezieht sowohl die sensorische (Empfindung und Rhythmik) als auch die affektive Komponente (Gefühle und Schmerzangst) in die Behandlung mit ein.
 

Methoden

Je nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten finden neben kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätzen (Denken, Wahrnehmung, Bewertung des Schmerzes, Aufmerksamkeit, Gedächtnisaspekte), konfliktbezogenen Gesprächen zur Stressverarbeitung, Übungen zur Schmerzbewältigung auch Entspannungsverfahren, Biofeedback Problemlösungstrainings, Selbstsicherheitstrainings sowie Kommunikationstrainings ihre Anwendung.


Um eine effiziente Behandlung zu gewährleisten erfolgt die psychologische Schmerztherapie üblicherweise in Kooperation mit Medizinern und anderen Berufsgruppen (Physiotherapeuten, Masseuren, etc.).


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Copyright 2005 by Mag. Sandra K. Ötsch, Wien | Impressum | Stand: 12.04.2005