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Psychologische Schmerztherapie
Akuter
Schmerz
ist
ein natürliches und lebenswichtiges
Alarmsignal des
Körpers , das auf Gefahren, Überlastungen
und Krankheit hinweist.
Sie dienen der
Warnung und zwingen den Körper zu Schutzhandlungen. Ist die Ursache
beseitigt klingen akute Schmerzen zumeist schnell wieder ab.
Manchmal können
Schmerzen auch länger bestehen bleiben. In diesem Fall weisen sie
auf eine ständige
körperliche Fehlbelastung hin, oder sie sind ein Zeichen für
psychische Überlastung, z. B. durch Stress.
In diesem Stadium
kommt dem Schmerz ebenfalls noch eine Signalfunktion zu.
Schmerzen können aus unterschiedlichen körperlichen,
psychischen
und sozialen Gründen anhalten, selbst dann, wenn die ursprünglich Schmerz
auslösende Erkrankung
bereits erfolgreich behandelt wurde.
Im
chronischen Stadium hat der Schmerz seinen Schutz- und
Warncharakter verloren.
Ein so genanntes "Schmerzgedächtnis"
ist entstanden: Die ständigen starken Schmerzreize bewirken eine
Veränderung der Nervenfasern, die sie überempfindlich machen.
Dadurch kommt es, dass selbst leichte Reize wie Berührungen oder
Wärme als Schmerz empfunden werden.
Chronische
Schmerzen bewirken weitreichende Folgen
für den Patienten. Die Schmerzkrankheit
bestimmt das gesamte Leben des Patienten und beeinträchtigt das
gesamte Alltagsgeschehen.
Schmerzverarbeitung
Über so genannte Nozizeptoren (Aufnahmestellen
für Schmerzsignale) werden Schmerzreize wahrgenommen und über
Nervenbahnen an das Rückenmark weitergeleitet. Feine Nervenfasern
des Rückenmarkes leiten die Schmerzsignale über bestimmte
Botenstoffe (Neurotransmitter) an das Gehirn weiter. Im Gehirn
findet die eigentliche Schmerzverarbeitung statt. Der Schmerz wird
bewusst wahrgenommen, indem Entstehungsort, Stärke und Dauer des
Schmerzes erkannt werden. Das Schmerzereignis wird als Erfahrung
gespeichert. Andere Faktoren wie z.B. der Gefühlszustand zum
Zeitpunkt des Schmerzempfindens beeinflussen die weitere
Schmerzverarbeitung.
Beim unbehandelten oder ungenügend behandelten Dauerschmerz werden
ständig starke Schmerzreize übermittelt, welche die Nervenfasern
früher oder später verändern. Dabei legt das Nervensystem eine hoch
komplexe Erinnerungsspur an und es entsteht ein so genanntes
Schmerzgedächtnis. Die betroffenen Nerven werden überempfindlich und
melden dem Gehirn selbst leichte Reize wie Berührungen oder Wärme,
die normalerweise nicht als schmerzhaft empfunden werden, als
Schmerz. Als Folge verliert der Schmerz seine Alarmfunktion und wird
zu einer eigenständigen Krankheit.
Das bio-psycho-soziale Erklärungsmodell des
Schmerzes
Gemäß dem bio-psycho-sozialen Erklärungsmodell
besteht der chronische Schmerz aus
mehreren Dimensionen: Einerseits aus der
körperlichen Schmerzempfindung,
andererseits aus dem
psychischen Schmerzleiden.
Zu Beginn bestand ein akuter Schmerz, der
sich im Laufe der Zeit immer mehr
verstärkte, wodurch sich die psychische
und soziale Konstitution des Betroffenen veränderte.
Diese Veränderung führte schließlich zu einer Verstärkung des
Schmerzes, was wiederum Psyche und
soziales Leben negativ beeinflusste. Ein
Teufelskreis hat begonnen...
Was kann der Psychologe tun?
Da der Schmerzverarbeitung (Durchbrechen des
Teufelskreises) in der Behandlung des chronischen Schmerzes eine
tragende Rolle zukommt ist die Einbeziehung eines Psychologen
sinnvoll und nützlich.
In der psychologischen Schmerztherapie
kommen umfassende
diagnostische und therapeutische Verfahren zur
Anwendung. Das Schmerzproblem wird im gesamten Lebenszusammenhang
gesehen. Die Psychologie bezieht sowohl die sensorische
(Empfindung und Rhythmik) als auch die affektive
Komponente (Gefühle und Schmerzangst)
in die Behandlung mit ein.
Methoden
Je nach den individuellen Bedürfnissen des
Patienten finden neben kognitiv-verhaltenstherapeutischen Ansätzen
(Denken, Wahrnehmung, Bewertung des Schmerzes, Aufmerksamkeit,
Gedächtnisaspekte), konfliktbezogenen Gesprächen zur Stressverarbeitung, Übungen zur Schmerzbewältigung auch Entspannungsverfahren,
Biofeedback
Problemlösungstrainings, Selbstsicherheitstrainings
sowie Kommunikationstrainings
ihre Anwendung.
Um eine effiziente Behandlung zu gewährleisten
erfolgt die psychologische Schmerztherapie
üblicherweise in Kooperation
mit Medizinern und anderen Berufsgruppen (Physiotherapeuten,
Masseuren, etc.). |